Knieschleifer Material: Titan, Holz oder Feuerstahl – was ist das Richtige?
Wer mit dem Motorrad in Schräglage unterwegs ist, kennt sie: Knieschleifer gehören für viele sportliche Motorradfahrer genauso zur Lederkombi wie Handschuhe und Stiefel. Sie geben beim Knieschleifen ein direktes Feedback zum Kontakt mit dem Asphalt und schützen gleichzeitig die Lederkombi vor unnötigem Verschleiß.
Doch Knieschleifer ist nicht gleich Knieschleifer. Kunststoff, Holz, Titan oder Feuerstahl unterscheiden sich deutlich in ihren Eigenschaften – und nicht jedes Material eignet sich für jeden Einsatzzweck.
Bei DymoStar beschäftigen wir uns seit 2022 mit der Entwicklung und Fertigung verschiedener Knieschleifer. In diesem Ratgeber erklären wir, welche Materialien zum Einsatz kommen, warum unsere Funken-Knieschleifer auf Titan setzen und weshalb wir für die Rennstrecke eine völlig andere Lösung anbieten.
Was sind Knieschleifer und wofür werden sie verwendet?
Knieschleifer werden mithilfe eines Klettsystems außen an der Lederkombi befestigt. Beim sogenannten Hang-off verlagert der Fahrer seinen Körper zur Kurveninnenseite und kann das Knie als zusätzlichen Orientierungspunkt nutzen.
Berührt der Knieschleifer den Asphalt, bekommt der Fahrer ein unmittelbar spürbares Feedback.
Heute gibt es Knieschleifer aus unterschiedlichen Materialien und für verschiedene Einsatzzwecke. Neben klassischen Kunststoffschleifern haben sich unter anderem Holz-Knieschleifer sowie Modelle mit Metalleinsätzen etabliert.
DymoStar verfolgt dabei zwei unterschiedliche Konzepte: funkenbildende Knieschleifer mit Titan für den Einsatz dort, wo solche Schleifer zulässig sind, und funkenlose Holz-Knieschleifer für die Rennstrecke.
Funken-Knieschleifer mit Titan
Das auffälligste Merkmal unserer DymoStar Funken-Knieschleifer sind die in den Schleifkörper integrierten Titanstäbe.
Sobald diese beim Knieschleifen Kontakt mit dem Asphalt bekommen, werden kleine Partikel des Titans abgetragen. Dadurch entsteht die charakteristische helle Funkenspur.
Dabei geht es nicht einfach darum, möglichst viel Metall in einem Knieschleifer unterzubringen. Entscheidend sind unter anderem Position, Anzahl und Anordnung der Titanstäbe sowie das Zusammenspiel mit dem umgebenden Material.
Unsere Konstruktion wurde deshalb über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt.
Interessanterweise bedeutet mehr Titan nicht automatisch mehr Funken. Bei unseren eigenen Versuchen zeigte sich, dass sich der Anpressdruck bei einer sehr großen Anzahl von Titanstäben auf eine größere Kontaktfläche verteilt. Dadurch kann die Funkenbildung sogar geringer ausfallen.
Genau deshalb entwickeln wir unsere Knieschleifer nicht nach dem Prinzip „mehr ist besser“, sondern stimmen die einzelnen Komponenten aufeinander ab.
→ DymoStar Funken-Knieschleifer entdecken
Warum verwenden wir Titan?
Titan verbindet für unseren Einsatzzweck mehrere interessante Eigenschaften.
Bei Kontakt mit dem Asphalt entstehen helle Funken, während das Material gleichzeitig eine hohe Beständigkeit besitzt. Für unsere Knieschleifer verwenden wir Titan Grade 2.
Die Titanstäbe werden in den Schleifkörper integriert und so angeordnet, dass beim Kontakt mit dem Asphalt die gewünschte Funkenbildung entstehen kann.
Neben dem Titan spielt deshalb auch der eigentliche Schleifkörper eine wichtige Rolle. Beide Komponenten müssen zusammen funktionieren.
Magnesium oder Feuerstahl – was steckt wirklich hinter extremen Funken?
Immer wieder werden wir gefragt, ob für Funken-Knieschleifer Magnesium verwendet wird.
Bei DymoStar lautet die Antwort: Nein.
Stattdessen begegnet man bei stark funkenbildenden Produkten teilweise einem anderen Material: Ferrocerium, umgangssprachlich häufig Feuerstahl genannt.
Ferrocerium ist eine Legierung, die für ihre intensive Funkenbildung bekannt ist. Das gleiche Grundprinzip kennt man beispielsweise von Feuerstartern.
Die dabei entstehenden Funken unterscheiden sich deutlich von denen, die beim Schleifen von Titan entstehen.
DymoStar setzt bei seinen Funken-Knieschleifern bewusst auf Titan. Für uns stehen dabei nicht nur die sichtbaren Funken im Mittelpunkt, sondern auch Haltbarkeit, Konstruktion und das Zusammenspiel aller verwendeten Materialien.
Titan-Knieschleifer oder Holz-Knieschleifer?
Welche Variante die richtige ist, hängt vor allem davon ab, wo du fahren möchtest.
Funken sehen spektakulär aus – auf einer Rennstrecke sind sie jedoch häufig unerwünscht oder durch die jeweiligen Veranstalter beziehungsweise Streckenregeln nicht zugelassen.
Deshalb solltest du vor einem Trackday immer die Vorschriften des Veranstalters und der jeweiligen Rennstrecke prüfen.
Für diesen Einsatzzweck bietet DymoStar funkenlose Holz-Knieschleifer an.
Sie verzichten vollständig auf den gewünschten Funkeneffekt unserer Titanmodelle und konzentrieren sich auf das, wofür ein Knieschleifer ursprünglich gedacht ist: Kontakt mit dem Asphalt und Feedback beim Fahren.
→ DymoStar Holz-Knieschleifer für die Rennstrecke
Holz oder Kunststoff – welches Knieschleifer-Material hält länger?
Auch hier gibt es keine pauschale Antwort.
Der Verschleiß eines Knieschleifers hängt stark davon ab, wie häufig und wie lange er den Asphalt berührt, von der Beschaffenheit des Untergrunds und natürlich vom persönlichen Fahrstil.
Ein Fahrer, der das Knie lediglich kurz als Referenzpunkt aufsetzt, belastet einen Schleifer völlig anders als jemand, der ihn über einen großen Teil der Kurve auf dem Asphalt führt.
Holz bietet dabei ein völlig anderes Schleifgefühl als Kunststoff. Deshalb entscheiden sich viele Fahrer ganz bewusst für das Material, das ihrem persönlichen Feedback beim Fahren am besten entspricht.
DymoStar Ellenbogenschleifer: das gleiche Prinzip kompakter umgesetzt
Nicht nur das Knie kann bei extremer Schräglage Kontakt mit dem Asphalt bekommen.
Für Fahrer mit entsprechendem Fahrstil haben wir deshalb auch DymoStar Ellenbogenschleifer entwickelt.
Das Grundprinzip orientiert sich an unseren Knieschleifern: Ein speziell entwickelter Schleifkörper wird mit den entsprechenden Komponenten kombiniert und an der dafür vorgesehenen Stelle der Lederkombi befestigt.
Damit ergänzen die Ellenbogenschleifer unser Sortiment für Fahrer, die neben dem klassischen Knieschleifen auch mit dem Ellenbogen Kontakt zum Asphalt herstellen.
→ DymoStar Ellenbogenschleifer ansehen
Standard-Klett oder Reverse-Klett?
Ein Knieschleifer kann nur funktionieren, wenn er zuverlässig an der Lederkombi befestigt werden kann.
Bei vielen Lederkombis befindet sich auf der Kombi die Flauschseite des Klettsystems. Der Knieschleifer besitzt entsprechend die Hakenseite.
Es gibt allerdings auch Kombis, bei denen das System genau andersherum aufgebaut ist.
Für solche Fälle haben wir unsere Reverse Velcro Adapter.
So können die DymoStar Knieschleifer mit unterschiedlichen Lederkombis verwendet werden.
→ Reverse Velcro Adapter ansehen
Welcher DymoStar Knieschleifer passt zu mir?
Die Entscheidung lässt sich relativ einfach zusammenfassen:
Du möchtest den charakteristischen Funkeneffekt?
Dann sind unsere Titan-Knieschleifer die passende Variante.
Du suchst Knieschleifer für einen Trackday oder die Rennstrecke?
Dann solltest du zunächst die Regeln des Veranstalters prüfen. Für einen funkenlosen Einsatz bieten wir unsere Holz-Knieschleifer an.
Du möchtest zusätzlich Ellenbogenschleifer verwenden?
Dafür gibt es unsere separat entwickelten DymoStar Ellenbogenschleifer.
Und wenn deine Lederkombi ein umgekehrtes Klettsystem besitzt, sprich uns einfach auf Reverse-Klett an.
Seit 2022 entwickeln wir unsere Knieschleifer weiter
DymoStar Knieschleifer sind nicht aus der Idee entstanden, einen bestehenden Standard-Schleifer einfach anders aussehen zu lassen.
Seit unserem Start im Jahr 2022 entwickeln wir das Konzept kontinuierlich weiter. Unterschiedliche Materialien, Titananordnungen, Designs und Varianten wurden ausprobiert und angepasst.
Dabei haben wir auch Dinge getestet, die auf dem Papier zunächst logisch erschienen – in der Praxis aber nicht funktioniert haben.
Das beste Beispiel ist die Anzahl der Titanstäbe: Mehr Titan müsste eigentlich mehr Funken bedeuten. Unsere Versuche haben gezeigt, dass es so einfach nicht ist.
Genau solche Erfahrungen fließen in die Weiterentwicklung unserer Produkte ein.
Fazit: Das richtige Knieschleifer-Material hängt vom Einsatz ab
Den einen perfekten Knieschleifer für jede Situation gibt es nicht.
Titan-Knieschleifer richten sich an Fahrer, die neben der eigentlichen Funktion des Schleifers den charakteristischen Funkeneffekt suchen. Holz-Knieschleifer bieten dagegen eine funkenlose Alternative und sind besonders für Fahrer interessant, die auf der Rennstrecke unterwegs sind.
Kunststoff, Holz und Titan haben jeweils unterschiedliche Eigenschaften. Entscheidend ist deshalb nicht, welches Material grundsätzlich „das beste“ ist, sondern welches zu deinem Einsatzzweck passt.
DymoStar bietet dafür unterschiedliche Lösungen – vom Funken-Knieschleifer über Vollholz-Knieschleifer bis zum Ellenbogenschleifer.
Ready for Sparks?
Entdecke die verschiedenen DymoStar Knieschleifer und finde die Variante, die zu deinem Fahrstil passt.
→ [Alle DymoStar Knieschleifer entdecken]
5 Kommentare
Danke für deine Nachricht PapaSchlumpfaufBike, das haben wir tatsächlich im Beitrag vergessen. Die „leider“ größte Enttäuschung zuerst: Mehr Titan bedeutet nicht automatisch mehr Funken. Wir haben nach einigen Tests erfahren, dass die Verwendung von mehr Titan nicht den gewünschten Effekt erzielt den man vermutet. Die Erhöhung der Anzahl an Titan verteilt den Druck nur auf mehr Kontaktfläche, wodurch weniger Titan punktuell abgeschliffen wird. Bei Erhöhung auf die maximale Anzahl (und da bestand der Knieschleifer fast komplett aus Titan 😅) wurden auch wir leider sehr enttäuscht. Es gab sogar weniger Funken als beispielsweise bei den 12 Titanstäben. .
2. Punkt, der Preis: Titan ist ein sehr sehr teurer Rohstoff. Bei Verwendung dieser Menge Titan würde ein Knieschleifer Set um die 200€ kosten. Das würde den Kosten-Nutzen-Faktor einfach sprengen.
Ich hoffe ich konnte dir damit weiterhelfen 🤗⭐️
Warum macht ihr eigentlich nicht noch mehr Titan in die Knieschleifer? Das würde bestimmt noch mehr Funken machen 😍😍😍😍😍💪
Ich liebe diese Blog Beiträge einfach… perfekt für die Mittagspause 😂😂
Ich kann René dabei nur zustimmen. Seitdem DymoStar auf dem Markt ist, bekommt man endlich mal Antworten zu Knieschleifern. Damals musste man stundenlang im Internet suchen und etablierte Hersteller geben keine Auskünfte, teilweise bekommt man nichtmal eine Antwort. Aber bei den Jungs erfährt man wirklich sofort alles was man wissen muss. Prima Leistung 😉🤗💫
Mega 🙏 ich weiß schon genau, warum ich DymoStar fahre. Ihr habt echt viel Ahnung von eurem Produkt und wisst genau worauf es ankommt. Forever DymoStar 👄❤️